Samstagmorgen in der Stadt

Endlich, man kann wieder UV-Strahlen einfangen, das alte lange Sommerkleid in Korallenrot passt noch einigermaßen, die Sonnenbrille ist noch nicht zu zerkratzt, man braucht keine Strumpfhosen mehr zu tragen und darf sich trauen, die weißen Oberarme und Unterschenkel zu zeigen. Zuhause gibt es jeden Tag Erdbeeren und frischen Salat, das Fenster nach Osten steht den ganzen Abend offen und die Mauersegler düsen in kleinen Verbänden jubelnd durch die Straßenschlucht, beflügelt von den warmen Aufwinden. Nachts tanzen zwei Libellen im Lichtschein der Straßenlaterne. Wunderbar, endlich Sommer!

Auf dem Schiff Linie 62 am Samstagmorgen ist kein Sitzplatz auf dem Oberdeck mehr frei, nur noch einer neben der Mülltonne, aus der es stinkt, also muss ich stehen. Trotz der Affenhitze füllt sich der gegenüberliegende Strand vor der Strandperle.Ufer IIAm Anleger strömen die Leute mit den Badesachen zur Straßenkreuzung rechts in Richtung Freibad. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und trete in die Pedalen, 3. Gang, damit überhole ich alle und bin vor Ihnen vor dem Eingang des Freibads. Nachdem ich das Fahrrad angeschlossen habe, schaffe ich es knapp  vor einem Mädchen, die den Platz für ihre 6-köpfige Familie reservieren will, mich in die 20 m lange Schlange einzureihen. “Ich war vor Dir da!” sage ich zu ihr, als sie sich vor mich stellen will. Sie entgegnet nichts, sondern guckt mich nur wütend an. Nach 10 Minuten in der prallen Sonne bei gefühlten 38° bin ich an der Kasse and der Reihe und finde dann einen Platz auf der Bank direkt am Beckenrand. Es ziehen nur drei Schwimmer im Wasser ihre Bahnen, der Rest tummelt sich im Nichtschwimmerbecken und am Sprungturm. Nach einer ausgiebigen kalten Dusche tauche ins kühle Nass ein. Woah, tut das gut! Als ich knapp 400 Meter Brustschimmen und eine Bahn Kraulen geschafft habe, streifen mich schon die ersten Bahnenschwimmer unter Wasser, die inzwischen dazu gekommen sind. Es wird Zeit, aus dem Wasser zu gehen und das Schwimmbad wieder zu verlassen.Bad IVAuf dem Weg zum  Schiff fahre ich an ain paar Marktbuden vorbei, die in der Finkenwerder Mittagshitze in einer kleinen Seitenstraße stehen. Die Marktstandverkäufer schwitzen in ihren Wagen und unter den Sonnenschirmen. Der Schweiß des dicken Bäckers fließt in Strömen, als er mir eine Tüte mit frischem Brot über den Tresen reicht. Im Supermarkt verweile ich ein bisschen länger als üblich, weil die Klimaanlage so schon kühlt. Auf dem Schiff zurück Richtung Landungsbrücken stapeln sich inzwischen die Touristen, es ist zumindest ein Stehplatz frei an einer Außentür, wo eine frische Brise mein Gesicht etwas kühlt.

Weil ich unbedingt ein neues Sommerkleid brauche, fahre ich noch in die Innenstadt und gehe ins Kaufhaus. Ich muss gar nicht lange suchen, bis ich eines am Sale-Ständer gefunden habe. Dieselbe Idee hatten offenbar viele junge Mädchen, die in der Schlange vor den Anprobekabinen warten. Nach 15 Minuten wird endlich eine frei. Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad muss ich kurz Pause machen vor einem Café am Fleet an der Stadthausbrücke, um etwas zu trinken. Ich bestelle einen halben Liter Alsterwasser und bin schon nach einem Viertel leicht angetrunken, so dass ich das Glas gar nicht ausleere. Draußen laufen jetzt nur noch verschwitzte Touristen in der Stadt herum. Selbst Hunde meiden die Sonne und liegen nur noch flach auf dem kühlenden Pflaster. Ich schwinge mich wieder aufs Fahrrad und radele in leichten Schlangenlinien das letzte Stück am Michel vorbei in unser Viertel.

Ich bin froh, als ich unsere kühle Wohnung wieder betrete (unser Backsteinhaus hat dicke Mauern) und unter die Dusche gehen kann. Mit einem kritischen Blick in den Spiegel probiere ich das neue Kleid an. Hmm, es lässt fast den ganzen Rücken frei, ist fürs Büro also eher nicht geeignet. Was solls, dem Liebsten, der gerade aufgewacht ist, und mir gefällt es. Wir machen uns frischen Kaffee, essen Rosinenbrot mit Butter und bleiben den Rest des Tages in der Wohnung, bis abends endlich ein Gewitter für Abkühlung sorgt und der Regen auf unsere Straße prasselt.SAM_1110

 

Tonnentaschenfederkerne

Noch vor zwei Jahren glaubten wir, endlich das Glück des erholsamen Schlafes mit unserer neuen Matratze gefunden zu haben. Diese Wonne hielt nur etwa ein knappes Jahr an, dann war auch das neue gute Stück bereits durchgelegen. In der Mitte war die Mittelleiste des Lattenrostes spürbar, rechts und links rollten der Liebste und ich nächtens in unsere Kuhlen und konnten jeder nur relativ bewegungslos in einer bestimmten Stellung, wie in einer Hängematte, auf einer Seite schlafen. Unsere Nackenmuskeln fingen wieder an zu protestieren, es musste etwas passieren.

Wochenlang überlegte ich, ob vielleicht ein neues Lattenrost ausreichen würde, bis ich im RUDOLF-Versand ein kombiniertes Angebot sah, das vielversprechend war. Statt Sieben-Schichten-Komfort-Hartundweichzugleich-Super-Luxus-Matratzenprinzip eine Tonnentaschenfederkern-Variante, die ich immer schon einmal ausprobieren wollte. War ich doch in den Sechzigern mit Federkernmatratzen aufgewachsen. Das heißt, richtigen Federkernen aus Metall, die nach langjähriger Benutzung auch schon mal metallisch quietschen konnten und auf denen wir Kinder beim Betthüpfen fast mit dem Kopf gegen die Schlafzimmerdecke stießen. Sowas hatte ich im Hinterkopf, als wir das Tonnentaschenfederkerndings mit Lattenrost bestellten.

Gestern haben sie sie geliefert, unsere neue Matratze für betreutes Schlafen. Wir dürfen ab sofort einen Großteil des letzten Drittels unseres Lebens auf ihr verbringen. Sie ist doppelt so dick, d.h. doppelt so schwer wie die alte neue Matratze und gewöhnungsbedürftig. Die Tonnentaschen im Kern sind natürlich nicht aus Metall, hüpfen können wir auf der Matratze also leider nicht.Toll ist, dass das Bett nun eine Höhe hat, so dass die Füße ein Stück über dem Boden baumeln, bevor man mühelos wieder aufsteht. Das Spannbettlaken flutscht manchmal zurück, weil es nur noch knapp über den Ecken gespannt ist. Wenn man sich draufsetzt, sinkt man ziemlich tief ein. Wenn man draufliegt, fühlt sie sich jedoch ganz hart an und nur hervorstehende Körperteile wie Schultern und Hüften sinken in den Schaumstoff ein. Ganz schön klasse und ideal für die Wirbelsäule. Für den Liebsten, der um einige Kilo leichter als ich ist, fühlt sie sich an wie eine atmungsaktive Spanplatte, für mich wie ein flexibles Komfortschaumnest. Nur eines stört uns doch ein wenig. Dank des neuen, sehr flexiblen Lattenrostes hebt sich die gegenüberliegende Seite mit dem Partner zusammen ruckartig an, wenn der andere sich später schlafen legt. Beide Seiten schwingen dann etwas nach, wie ein Wasserbett. Zum Glück sind wir beide schwindelfrei.

Das Erben III

Wie teilt man ein Haus mit Grundstück auf, das von Mietern bewohnt wird?

Einige Monate lang bewegte sich nichts. Meine Schwester war bis auf Weiteres bereit, die Buchführung über die Mieteinnahmen zu erledigen und sich in wichtigen Entscheidungen, die die Mieter betrafen, mit mir abzustimmen. Konstruktive Vorschläge, wie unser Erbe aufgeteilt werden sollte, kamen von ihr jedoch nicht, sie verfolgte weiter ihre Strategie, das Problem möglichst lange auszusitzen und mich hinzuhalten. Ich brauchte qualifizierten Rat und rief den Vertreter des Haus & Grund-Vereins an, der schon meine Mutter jahrzehntelang beraten hatte. Er war bestens vertraut mit Erbauseinandersetzungen und schlug mir vor, von einer durch einen Gutachter ermittelten Summe 10 % für zu erwartende Nebenkosten und einen Zinsfaktor abzuziehen, die auf den auszahlenden Erben zukommen würden, und die Restsumme je zur Hälfte aufzuteilen. Falls meine Schwester damit nicht einverstanden sei, könnte ich eine Teilungsversteigerung vor Gericht erzwingen. Davon würde er mir aber eher abraten, weil das die Fronten zu sehr verhärten würde. Die dritte Möglichkeit für mich sei, den Spieß umzudrehen und ihr meinerseits genau die von ihr genannte Summe anzubieten.

Ein befreundeter Jurist riet mir ähnliches:

Eine Auszahlung des Erbes sollte nach fair verhandelten Bedingungen erfolgen, d.h. Ablass von 10% des Hauswertes für zukünftige Investitionen.

Ein Makler zum Verkauf des Hauses sollte zusammen schriftlich beauftragt werden, die Kosten für Gutachten und Verkauf geteilt, einem Verkauf des Hauses, auch unter Wert, von beiden Seiten zugestimmt werden und schließlich der Erlös 50:50 geteilt werden.

Den Spieß umzudrehen und meiner Schwester meinerseits eine Summe anzubieten, sei eher nicht ratsam, wenn ich dazu nicht wirklich bereit sei. Falls meine Schwester weiterhin eine faire Einigung aussitze, könnte ich durch einen beauftragten Rechtsanwalt eine Klage auf Erbauseinandersetzung und Teilungsversteigerung ankündigen.

Als das Ergebnis der Begutachtung unseres Hauses feststand, die ich auf eigene Kosten beauftragt hatte, teilte ich meiner Schwester mit, wie es ausgefallen war und dass ich die Hälfte des ermittelten Wertes im Falle einer Auszahlung meines Erbteiles von ihr erwarten würde. Der einzige Kommentar meiner Schwester dazu war, wir wollten uns wohl auf ihre Kosten „ein schönes Leben machen“ und sie sollte dafür „bluten“, und nannte mir erneut eine Summe, die noch nicht einmal einem Viertel des gutachterlichen Wertes entsprach, Gutachten hin oder her. Außerdem schlug sie mir vor, ich könnte ja meinen Teil des Hauses verkaufen, wohl wissend, dass das schlecht möglich war. Wer wollte schon freiwillig Mitglied einer Erbengemeinschaft werden, noch dazu von einem Haus mit Mietern? Ich nahm sie trotzdem beim Wort und bot einem Cousin an, mein Erbteil zu übernehmen und mir meinen Anteil abzukaufen. Er lehnte natürlich dankend ab. Seine Frau bot mir an uns zu helfen und zwischen mir und meiner Schwester zu vermitteln, was ich allerdings nicht für erfolgversprechend hielt. Inzwischen war seit dem Tod unserer Mutter fast ein Jahr vergangen und meine Schwester und ich waren in unserer Erbauseinandersetzung keinen Schritt weiter  gekommen.

Meine Schwester willigte nach einiger Zeit doch ein, das Haus mit Grundstück zu verkaufen. Ich hatte es inzwischen aufgegeben, ihre Beweggründe verstehen zu wollen. War ihr klar geworden, dass mein nächster Schachzug nur noch eine Teilungsversteigerung sein konnte, oder folgte sie einem Rat? Sie war jedoch zunächst nicht damit einverstanden, zusammen einen Makler zu beauftragen, die Kosten könne man ja sparen, indem man privat eine Anzeige aufgebe.

Es war abzusehen, dass ein Verkauf des Hauses mit den Mietern unserer Mutter keine leichte Aufgabe sein würde, ich wollte trotzdem nichts unversucht lassen, um eine Teilungsversteigerung zu vermeiden. Die Mieter, ein Ehepaar mit Hund, hatten bereits 16 Jahre lang das Erdgeschoss mit Garten bewohnt. Sie ließen sich durch einen Mieterverein beraten und kommunizierten wie bisher mit meiner Schwester, obwohl wir jetzt eine Erbengemeinschaft waren und dies mit einem Grundbuchauszugauszug des zuständigen Amtsgerichts belegen konnten. Ich wies Sie freundlich darauf hin, dass ich jetzt als Erbin auch ein Mitspracherecht hätte und an allen Entscheidungen beteiligt wäre.

Ich kontaktierte einen bekannten Makler aus dem Landkreis und war bereit, die entstehenden Kosten selbst zu übernehmen, um endlich voran zu kommen, und handelte einen Vertrag aus, der dem Makler eine Aufwandsentschädigung garantierte, falls wir bei einem privaten Verkauf erfolgreich sein sollten. Der Makler sollte das Haus im Internet annoncieren, Schilder im Garten aufstellen und die Besichtigungen durch Interessenten in Absprache mit den Mietern organisieren. Besichtigungen sollten höchstens zweimal im Monat erfolgen. Meine Schwester war schließlich doch damit einverstanden, den Makler zu beauftragen und den Vertrag mit ihm zu unterschreiben, da ihre Initiative mit einem privaten Inserat – wie zu erwarten – nicht zum Erfolg geführt hatte.

Mutters HausDer Makler delegierte die schwierige Aufgabe an einen Mitarbeiter und ließ ihm freie Hand. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Klagen kamen, sowohl von den Mietern als auch vom Makler. Der Mieter hätte aggressiv versucht, das Aufstellen eines Schildes im Garten zu verhindern und hätte frecherweise die Besichtigungen torpediert, indem er nicht mit abschätzigen Kommentaren geizte wie: „Das Haus ist nicht annähernd so viel wert wie im Angebot steht, es ist alt und marode“, oder „man müsste mindestens 20.000 bis 40.000 EURO in die Hütte stecken, um sie verkäuflich zu machen, das hat mir ein renommierter Handwerker aus dem Ort bestätigt.“ Schließlich „der Makler glaubt er sei was Besseres und ist arrogant!”

Der Makler war empört über das unverschämte Auftreten des Mieters, so etwas hätte er noch nie erlebt. Der Mieter könnte versucht haben, in der oberen Wohnung einen Wasserschaden auszulösen, da habe eine Schüssel im oberen Waschbecken gestanden und der Wasserhahn sei nicht abgedreht gewesen. Der Mieter beschuldigte seinerseits den Makler, einen Wasserschaden angerichtet zu haben, um ihn aus dem Haus zu treiben. Meine Frage, ob der Kollege Makler dem Mieter unautorisiert 5000 DM angeboten hätte, was dieser uns gegenüber behauptet hätte, beantwortete der Makler ausweichend und reagierte verärgert. Seine Firma sei jedenfalls nicht mehr bereit das Haus mit diesem I*****n als Bewohner zu verkaufen, er habe die Faxen dicke.

Schließlich mussten meine Schwester und ich auch noch feststellen, dass bei einer der Besichtigungen irgendjemand lange Finger gemacht hatte, weil ein silberner antiquarischer Salzstreuer vom Buffet unserer Mutter fehlte. Außerdem war und blieb einer der Wohnungsschlüssel, die wir dem Makler ausgehändigt hatten, verschwunden, so dass wir überlegen mussten, das Wohnungsschloss auszutauschen. Nach Monaten mit Hiobsbotschaften, abenteuerlichen Anschuldigungen und gegenseitigem Misstrauen von allen Seiten wurde es allerhöchste Zeit für ein konstruktives Gespräch mit den Mietern, um mit ihnen zusammen mit meiner Schwester über eine Beendigung des Mietverhältnisses zu verhandeln.

Mein Anwalt hatte mir zwar angeboten, bei dem Gespräch dabei zu sein, riet mir aber davon ab, um die Mieter nicht unnötig unter Druck zu setzen. Mein Mann und ich fuhren zum vereinbarten Gesprächstermin, der im im Wohnzimmer der Mieter stattfand. Meine Schwester erschien nicht wie vereinbart zu unser aller Überraschung. Wir führten ein sehr langes Gespräch, in dem ich dem Ehepaar versicherte, sie nicht aus der Wohnung vertreiben zu wollen und die gesetzlichen Regeln einzuhalten, der Makler sei uns als seriös empfohlen worden und eigentlich nicht für schmutzige Methoden bekannt. Schließlich seien sie unserer Mutter 16 Jahre lang gute Mieter gewesen. Sie sagten, dass sie nach der Beerdigung unserer Mutter gar nicht damit gerechnet hätten, dass wir Kinder das Haus verkaufen wollten und hätten nächtelang nicht schlafen können, weil der Makler solchen Druck ausgeübt hätte. Sie verstanden zum ersten Mal die Kompliziertheit der Situation und erfuhren vom Streit zwischen uns Geschwistern und der rechtlichen Lage. Sie konnten nachvollziehen, warum es nicht in meinem Interesse lag, Eigentümerin des Hauses zu bleiben, und erfuhren zum ersten Mal, dass ich in der Großstadt in bescheideneren Wohnverhältnissen als sie lebte, ohne Balkon, Garten oder Terasse auf erheblich weniger Quadratmetern. Sie signalisierten sogar die Bereitschaft, nach einer Kündigungsfrist von 12 Monaten mit einer angemessenen Entschädigungszahlung auszuziehen und nannten mir einen Kostenvoranschlag einer Umzugsfirma, legten sich aber noch nicht auf einen Betrag fest. Ich hatte das Gefühl, wir würden uns schon einig werden. Auch wenn die Geschichten über die nicht von uns autorisierten Methoden des Maklers abenteuerlich und übertrieben klangen, wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Mit Mietern war das Haus unverkäuflich.

 

 

Das Erben II

Was ist gerecht? Die späte Rache der kleinen Schwester

Im letzten Jahr des Lebens meiner Mutter bestimmte ihre Krankheit mehr und mehr unsere Besuche bei ihr. Ich vermied es, sie zu provozieren und Streitereien mit ihr zu beginnen, wie in früheren Zeiten, weil ich mich damit abgefunden hatte, dass sie sich nicht mehr ändern würde. Meine Schwester und ich sprachen uns häufig ab, um unsere Besuche bei ihr zu koordinieren und zu erfahren, was sie über die jeweils andere zu sagen hatte. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden, dass Mutter ihr schon vor Jahren eine Bankvollmacht erteilt hatte und diese sie im Umgang mit den Untermietern in der Erdgeschosswohnung ihres Hauses unterstützte und einmal im Jahr eine Betriebskostenabrechnung erstellte.

Als das Leben unserer Mutter schließlich in einem stürmischen Novembermonat im Krankenhaus zu Ende ging, besprachen wir fast täglich, welche nächsten Schritte wir unternehmen sollten, um sie nicht in eine Pflegeeinrichtung abschieben zu müssen, sondern so gut wie möglich vor Ort zu betreuen.

An ihrem letzten Tag, als sie nach einem Schlaganfall bewegungslos mit geschlossenen Augen dalag, saßen wir an ihrem Bett und sprachen darüber, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder versucht hatte, uns gegeneinander auszuspielen. Intuitiv hatte ich plötzlich die Idee, dass sie sich zwar nicht mehr bewegen, aber uns vielleicht hören konnte, und bat sie: “Mutti, wenn Du mich hören kannst, wackel’ mal mit dem großen Zeh!“ Sie wackelte mit einem großen Zeh, auch ein zweites Mal. Wir erschraken und achteten darauf, was wir in ihrem Beisein noch zu besprechen hatten.

Sie verstarb noch am selben Tag, als wir uns entschlossen hatten, erst einmal jede für sich nach Hause zu fahren und uns von einer langen Nachtwache an ihrem Bett ein wenig auszuruhen. Kaum zuhause angekommen, erhielt ich einen Anruf aus dem Krankenhaus, dass unsere Mutter verstorben sei. Ich verabschiedete mich von ihr ein letztes Mal an ihrem Totenbett in einem Nebenzimmer der Station, in dem die Stationsschwester sie freundlicherweise zwei Stunden hatte liegen lassen, bis ich wieder eingetroffen war. Draußen fegte ein Sturm über das Land, der Wind heulte durch die Ritzen der Krankenhaustüren, der Regen klatschte gegen die Fenster, als ich meine Hand ein letztes Mal auf ihr noch warmes Sonnengeflecht legte, ihr mehr Glück und Liebe in einem nächsten Leben wünschte und mich für Ihre Großzügigkeit gegenüber unserem Kind, ihrem Enkel, bedankt hatte. Dann traf meine Schwester ein.

Nach der Beerdigung, die wir einvernehmlich organisiert hatten, trauerte jede auf ihre Weise über den Tod unserer Mutter, der zwar nicht unerwartet, doch ziemlich plötzlich gekommen war. Wir waren erleichtert, dass sie uns die Entscheidung, wie es nach dem letzten Krankenhausaufenthalt weiter gehen und wer sie pflegen sollte, abgenommen hatte. Die Frage, was mit unserem Haus und Grundstück geschehen sollte, das wir nun als Erbengemeinschaft besaßen, klammerten wir beide (noch) aus.

Im Frühjahr flatterte mir ein Steuerbescheid ins Haus, der es dringend erforderte, über meine Finanzen nachzudenken, mit dem Egebnis, dass ich mir den Erhalt eines Hauses, wenn auch nur einer Hälfte, nicht leisten konnte. Da ich ohnehin – auch später – nicht im Haus meiner Jugend wohnen wollte, das mit einigen traurigen und düsteren Erinnerungen belastet war und in dem ich nicht nur glückliche Jahre verbracht hatte, ließ ich mich juristisch beraten, wie solch eine Aufteilung vonstatten gehen kann. Ich bat meine Schwester um eine Übernahme des Hauses mit einer angemessenen Auszahlung an mich.

Meine Schwester war gekränkt, dass ich mich überhaupt juristisch beraten ließ, und forderte mich auf eine Summe zu nennen. Darauf ließ ich mich nicht ein und schlug vor, ein Verkehrswert-Gutachten erstellen zu lassen, um die Hälfte des Wertes von Haus und Grundstück zu ermitteln, wie im Testament festgelegt. Sie war der Meinung, dass die Hälfte für jeden nicht angemessen sei. Was hätte sie in all den Jahren nicht alles für unsere Mutter und das Haus getan und außerdem “bei dem letzten Testament ging wohl nicht alles mit rechten Dingen zu!” Dieser Satz versetzte mir einen Hieb, der einem Faustschlag ins Gesicht gleich kam. Sie unterstellte mir Manipulation unserer Mutter mit dem Ziel das erste Testament außer Kraft zu setzen.

Nächtelang grübelte ich über die Motive meiner Schwester nach und ging bis weit in unsere Kindheit zurück. Ich musste erkennen, dass wir nicht nur in geschwisterlicher Eintracht mit den üblichen Streitereien aufgewachsen waren, sondern sie unter der Bevormundung durch mich – die Ältere – gelitten haben musste. Sie hatte immer geglaubt, unsere Mutter würde mich bevorzugen. Welch ein tragischer Irrtum! Ich hatte dagegen oft das Gefühl, dass Mutter meiner Schwester viel mehr Vertrauen und Zuneigung entgegenbrachte. Schon als 10-jährige hatte ich erkannt, dass unsere Mutter gar nicht in der Lage war, meine Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen und meine Liebe zu ihr zu erwidern, und hatte lernen müssen, mich mit der Zuneigung anderer Mitglieder unserer Familie zufrieden zu geben; denn schließlich hatte Mutter uns mit Hilfe unserer Großfamilie immer bestens versorgt und beschützt, und anderen Kindern erging es damals viel schlechter als uns. Aber ich hatte mich nach langen Kämpfen aus der Symbiose mit unserer Mutter als erste befreit, als meine Schwester noch unter der Abhängigkeit von ihr zu leiden hatte. Sie hasste mich dafür, dass ich nicht mehr nach Mutters Pfeife tanzen musste und ich sie nach dem Tod unserer Großeltern mit ihr allein zurück gelassen hatte.

Ich konnte nächtelang nicht schlafen und schrieb Briefe an meine Schwester, die ich nicht abschickte, in denen ich ihr meinen Rückzug und meine jahrzehntelangen Sorgen erklärte. Ich rekapitulierte die vielen Briefe an unsere kranke Mutter und ihre Ärzte in meinem vergeblichen Bemühen, ihr zu helfen gesund zu werden, und fragte sie, ob ich diesen Aufwand dann stundenmäßig gegen ihre praktischen Tätigkeiten für Haus, Garten und Untermieter aufrechnen sollte? Und was wusste sie überhaupt von meiner Sorge um unseren nach Krieg, Firmenpleite und Scheidung seelisch zerstörten, alkoholkranken Vater, um den ich mich allein gekümmert hatte? Zählte das überhaupt nicht? Die schmerzhafte Trennung unserer Eltern hatte sich fortgesetzt in ihren Kindern, Mutter-Kind gegen Vater-Kind, wer hat die Schuld und wer hat Recht.

Außerdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass auch der Partner meiner Schwester bei unserer Erbauseinandersetzung seine Finger im Spiel hatte. Diese Formulierung “nicht mit rechten Dingen” klang irgendwie nicht nach meiner Schwester. Eines Nachts fiel mir ein, was ihren Partner dazu bewogen haben könnte, solch einen schwerwiegenden Verdacht gegen mich auszusprechen. Zwanzig Jahre vorher hatte ich ihm gegenüber einmal offen und ziemlich unverblümt über das damals tief zerrüttete Verhältnis zu meiner Mutter gesprochen und verraten “ich habe als Kind und auch später bei meinen Besuchen neben ihr in den alten Ehebetten geschlafen, auch wenn wir uns gerade gestritten hatten. Einmal konnte ich nachts vor Hass nicht schlafen, ich hätte sie umbringen können.”

Jetzt verstand ich, warum es sich anfühlte, wie gegen eine Mauer anzurennen, wenn ich an die Vernunft und den guten Willen meiner Schwester appellierte, oder wie am ausgestreckten Arm zu verhungern, wenn sie gar nicht oder nach langem Zögern auf meine Argumente einging. Meine Fragen und Vorschläge an sie konnte ich nur noch schriftlich per e-mail oder Brief an sie richten, als immer deutlicher wurde, dass sie kein Interesse an der Änderung des Status quo hatte und wenn ja, dann nur zu ihren Bedingungen. Zu einer Mediation mit einem unabhängigen Berater war sie nicht bereit, auch nicht, das Haus auf unsere Kosten zusammen schätzen zu lassen. Sie lehnte beides ab mit dem Argument, das würde nur unnötige Kosten verursachen. Ich bestand darauf und beauftragte auf meine Kosten einen ehemaligen Bauingenieur und Gutachter vor Ort mit dem Erstellen eines Verkehrswert-Gutachtens, um schwarz auf weiß zu dokumentieren, über welche Werte wir überhaupt verhandelten.

Für Aise

Aise (sprich: Aische) ist jung, Anfang 20 und trägt einen Hidschab. Sie macht eine Ausbildung in der Verwaltung und muss ab und zu Kaffee kochen. Als eine Kollegin sie das erste Mal sah und sagte: “Do you speak English? Where do you come from?“, sagte sie freundlich und bestimmt: „Yes, of course, aber ich spreche auch sehr gut Deutsch, und ich komme aus Wilhelmsburg.“

Wir drei lachten die Peinlichkeit der Situation weg und Aise ging wieder in ihre Abteilung. Ein anderes Mal, als Aise statt des braunen Hidschab eine stahlblaue Variante trug, meinte die Kollegin schmeichelnd: “Oh, die Farbe steht Ihnen aber ausgesprochen gut.“ Nett gemeint, aber völlig daneben, wie ich finde.

Ich überlege schon lange, ob ich Aise auf ihren Hidschab ansprechen sollte, weil er mich als alte Feministin provoziert und eine Diskussion herausfordert. Aber bisher habe ich es gelassen, weil Aise ausgesprochen jung und ein wenig verletzlich wirkt. „Sie will das so!“ sagt eine andere Kollegin aus der Poststelle, will heißen, sie trägt den Hidschab bewusst und freiwillig. Das fällt mir schwer zu glauben, weil ich weiß wie moralische Gehirnwäsche funktioniert und das Opfer sich freiwillig unterdrücken lässt, indem es die Intention des Unterdrückers verinnerlicht.

Eines Tages werde ich mich sicherlich trauen, sie einmal zu fragen: “Warum tragen Sie einen Hidschab?“ oder: “Interessiert es Sie, was ich über Ihren Hidschab denke?“ Kopftücher und alle Varianten von Verschleierung sind für mich Zeichen der weiblichen Unterdrückung durch die patriarchalisch-islamische Männerwelt. Die Mädchen und Frauen tragen sie freiwillig oder gezwungenermaßen, um ihre sexuelle Reinheit und die „unbeschmutze“ Ehre für die Männer ihrer Familie zum Ausdruck zu bringen. Denn der Anblick ihrer weiblichen Formen unter der Kleidung und ihrer Haare könnte ja irgendwelche fremden Männer erregen. Und das wäre dann ihre „Schuld“ und nicht das Problem der Männer und ihrer schmutzigen sexuellen Fantasien.

Ich bin der Meinung, dass Kopftücher und Schleier in jedweder Form in öffentlichen Einrichtungen, auch Schulen, in unserem Land verboten werden sollten. Unsere Mütter und Großmütter haben schließlich fast hundert Jahre lang dafür gekämpft oder darauf warten müssen, dass ihre Kleidung sie nicht mehr beengt und behindert wie die schwarzen, halsengen und bodenlangen Kleider unserer Urgroßmütter um die Jahrhundertwende. Die Sitte Hüte und andere Kopfbedeckungen zu tragen, um seine Ehrbarkeit zum Ausdruck zu bringen, gehört bei uns der Vergangenheit an und Frauen und Männer können sich hierzulande gleichberechtigt kleiden und frei bewegen. Kopftücher und Schleier gehören nicht zur Kultur unseres Landes, ein Verbot würde den vielen muslimischen Mädchen bei uns helfen, sich zu befreien.

Das würde ich Aise sagen und ihr vielleicht ein Buch schenken von Güner Balci (http://www.fischerverlage.de/autor/guener_balci/19637).

Das Erben I

Das Testament

Mit dem Erben ist das ja so eine Sache. Man bekommt bestenfalls etwas geschenkt ohne Wenn und Aber, oder man kann etwas übernehmen und weiterführen und muss es sich mit seinen Geschwistern teilen. Und schon kommt ein Problem ins Spiel, in dem sich die Vergangenheit als Kind, die Beziehungen zum Erblasser und unter den Geschwistern mit dem Wert des zu erbenden materiellen Gutes und den rechtlichen Bestimmungen vermischen, die bekanntlich nicht immer gerecht sind.

Nach dem Tod unserer Mutter hatten meine Schwester und ich ihr Haus geerbt, ein altes, etwas verbautes kleines Haus mit einem großen Grundstück in einer Kleinstadt an einer stark befahrenen Bundesstraße, das man pflegen und erhalten muss und welches sich nur rentiert, wenn man es vermietet. Es sei denn, einer von uns wollte drin wohnen. Das kam für uns beide nicht in Frage.

Ich schlug daher nach einer angemessenen Trauerzeit vor, das Haus mit Grundstück schätzen zu lassen und über eine Aufteilung des Erbes nachzudenken, nötigenfalls auch über einen Verkauf, falls meine Schwester mir mein Erbteil nicht auszahlen wollte oder könnte. Dagegen stimmte meine Schwester zunächst vehement, da sie mehr an dem Zuhause unserer Mutter hing als ich. Diese hatte dort mehr als 50 Jahre lang gewohnt und wir Kinder seit unserer frühen Kindheit bis zum Auszug als Erwachsene ebenfalls. Meine Schwester empfand es als unser „Elternhaus“. Ich nicht, da in meiner Erinnerung unser Geburtshaus mit unseren Großeltern väterlicherseits mein „Zuhause“ gewesen war. Hier kam unser Altersunterschied ins Spiel, sie war damals noch zu klein gewesen, um sich daran zu erinnern.

Erst spät begriff ich, dass unsere Mutter meine Schwester einige Jahrzehnte lang in dem Glauben gelassen hatte, ihr allein stünde das Haus zu. Schließlich hatte ich als rotzfreche Studentin vor mehr als dreißig Jahren einmal unverblümt gesagt; „ich will die Hütte nicht haben“. Meine Schwester galt lange Jahre als „das gute Kind“ und ich als das „schwarze Schaf“, und sie war folglich öfter als ich den langen Weg durch ganz Schleswig-Holstein in die Heimatstadt gefahren, um unserer Mutter im Haus zur Hand zu gehen und sie in ihrer Einsamkeit zu trösten.

Ein Jahrzehnt später, als ich selbst Mutter geworden war, hatte ich meine Haltung allerdings revidiert und mein Interesse an meinem Erbteil bekundet. Da meine Schwester jedoch nicht bereit war, unsere Mutter dazu zu bewegen, ihr das Haus vorher zu überschreiben und mir in einer Vorerbschaftsregelung mein Erbteil auszuzahlen – mit der Begründung, Mutter müsse schließlich von der Vermietung des Hauses leben und sei für eine Vorerbschaftsregelung nervlich zu schwach – blieb alles beim Alten, und ich unternahm keinerlei Vorstöße mehr in diese Richtung.

Kurz vor Mutters Tod, als meine Schwester seit einigen Jahren in Ungnade gefallen war, und Mutter und ich uns wieder etwas angenähert hatten (Vorsicht ließ ich trotzdem immer walten im Umgang mit ihr, schließlich hatte sie mir in der Periode meines Rückzuges und der Weigerung, nach ihrer Pfeife zu tanzen, jahrelang bitterböse, verletzende Briefe geschrieben), kam ich eines Tages die Treppe hoch in ihre Wohnung im Obergeschoss, wo sie zu Bett lag, weil sie sich nicht wohl fühlte. Ich sprach sie an und sie warf mir nach einer knappen Begrüßung, sich nur halb umdrehend, einen Brief, den sie auf ihrem Nachttisch bereit gelegt hatte, auf das zweite Bett neben sich, das seit der Scheidung von unserem Vater leer geblieben war. Der handgeschriebene Brief trug die Aufschrift „Mein 2tes Testament“.

Ich war verblüfft und etwas schockiert, weil ich noch nicht bereit war, über ihren möglichen Tod ernsthaft nachzudenken, und mich die Frage nach dem materiellen Erbe seit meinem vergeblichen Vorschlag eine Vorerbschaftsregelung zu vereinbaren nicht mehr beschäftigt hatte. Ich setzte mich aufs Bett, öffnete den Brief und las:

„Mein letzter Wille! (Zweittestament)
Heimatstadt 9.3.2000

Nach meinem Tode sind meine Kinder …..geb……. u. ……..geb. meine Erben!
Sie sollen sich mein Haus mit Allem was darin ist, teilen!

Also, jede die Hälfte!
Mein Konto bei der…..Sparkasse ist Nr. …………….

Helene P.
geb. N.
Heimatstadt Datum“

Ich sah Mutter an und meinte, Kinder würden doch immer je zur Hälfte erben und fragte sie, warum sie ausdrücklich „Zweittestament“ darauf geschrieben habe und was denn im ersten Testament gestanden hätte. Sie antwortete gequält: „Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen.“ Ich entgegnete „Warum denn das, und wem gegenüber?“ Sie fuhr fort: “Euch beiden.“ Sie gestand mir nach hartnäckigem Nachfragen bröckchenweise, dass sie im ersten Testament meine Schwester als Alleinerbin eingesetzt hätte. Das Testament habe seit Mitte der achtziger Jahre bestanden, meine Schwester hätte das damals ja alles mit dem Notar in die Wege geleitet. Sie ließ offen, wessen Idee das gewesen war und sah mich hilflos an.

Ein Ziehen breitete sich in meiner Brust aus, als mir schlagartig klar wurde, dass meine liebe kleine Schwester und meine Mutter mich mehr als 14 Jahre lang absichtlich in Unkenntnis darüber gelassen hatten, dass sie planten, mich möglichst leer ausgehen zu lassen. Ich fühlte mich hintergangen, alle herzlichen Begrüßungen zu Geburtstagen und Festen waren halbherzig und verlogen gewesen. Es tat weh zu erkennen, dass das für mich unerschütterliche Band der Zuneigung und des Verbundenseins zu meiner Schwester schon längst zerrissen war, nur ich hatte es nicht bemerkt. Mutter hatte es geschafft, Zwietracht zwischen uns zu säen. Ich kämpfte gegen Tränen der Wut und Enttäuschung an. Nichts war mehr wie vorher, auch wenn sie es sich jetzt anders überlegt hatte und den Versuch unternahm, alles ungeschehen zu machen.

Als ich mich wieder gefangen hatte, schlug ich ihr vor, wenn dieses Testament nun gültig sein sollte, dann sei es am besten damit zum Notar zu gehen. Ich suchte ihr eine Adresse am Ort heraus und bot ihr an die Kosten dafür zu übernehmen. Das lehnte sie ab, ging selbst hin und ließ sich ihre Zurechnungsfähigkeit vom Notar bescheinigen. Das Testament wurde beim Amtsgericht hinterlegt.